Brasilienmission
CoJoBo unterstützt seinen früheren Schüler Pater Gerhard Schauff
Tätigkeitsbericht der Pfarrschwestern für 2009
Vorwort der Schwestern
Unser Leben vollzieht sich entlang schwieriger oder glücklicher Momente, die wir durchleben. Wie auch mit den Menschen, mit denen wir diese durchleben, die uns helfen, die uns Orientierung geben, die etwas suchen, das über dem Erreichbaren liegt. Es ist gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die die Welt wenigstens ein Stück weit besser machen.
Danke!
São Paulo, 16. September 2009
Sehr geehrter Pater Donie, sehr geehrte deutsche Freunde und Wohltäter!
Die Jahreskreise wiederholen sich. Die Tage vergehen und wir, ein jeder in seinem Land, in seiner Lebenssituation, in seiner Arbeit, arbeitet daran mit, eine humanere Welt zu schaffen, die gerechter und brüderlicher ist.
Mehr als ein Jahr der Arbeit in den Sozialprojekten, mehr als ein Jahr der Aufopferung und liebevoller Arbeit ging vorüber. Wir sind Ihnen auf ewig dankbar für Ihre Großzügigkeit zugunsten der Menschen von São Pedro da Água Branca und der Missionarinnen der Pfarrseelsorge.
Wir hoffen, dass die Feier des Gottesdienstes und das gemeinsame Treffen in Bonn anlässlich des 13. Jahrgedächtnisse unseres verehrten und geliebten Pater Gerhard Schauff neue Begeisterung und viel Segen für alle bringen möge.
São Pedro da Água Branca und wir, die Missionarinnen der Pfarrseelsorge bedanken uns für alle Unterstützung und Begleitung in den Projekten, an denen wir gemeinsam arbeiten.
Schwester Leonilde de Tomazella Foltran
Missionsschwestern der Pfarrseelsorge
Tätigkeitsbericht 2009 der Schwestern von Sao Pedro
über die Weiterführung des Werkes von Pater Gerhard Schauff
Sehr geehrter Pater Donie und sehr geehrte deutsche Freunde und Wohltäter!
Der Friede und die Liebe Jesu Christi seien mit Ihnen allen. - Mit Dankbarkeit gegenüber Gott und den deutschen Freunden und Wohltätern denken wir an all jene, die uns bei der Mission in São Pedro mit ihren großzügigen Gaben helfen. Wir möchten unseren Alltag mit Ihnen teilen, erzählen, wie sich im Jahr 2009 die Aktivitäten entwickelt haben, die von den Missionsschwestern der Pfarrseelsorge in São Pedro, in der Diözese Imperatriz, auf den Weg gebracht und begleitet wurden.
Im Mai dieses Jahres empfingen wir in unserer Pfarrei Pater José de Ribamar als neuen Pfarrer. Die Pfarrei hat für den Pfarrer ein Haus angemietet, denn er kommt die ersten 14 Tage eines jeden Monats zu uns, um sich um die Pfarrei zu kümmern und dabei auch die Leute zu besuchen.
Seit Juli dieses Jahres können wir sonntags zweimal die Hl. Messe feiern, da wir Pater Mosar als Mitarbeiter haben. Wir haben die Hoffnung, dass er ab Januar 2010 dauerhaft in unserer Stadt wohnen wird.
Wir setzen gerade all unsere Kraft ein, um unser erstes Ziel zu erreichen, vom Evangelium her die Pfarrei immer wieder in Schwung zu bringen, die Nachfolge Jesu Christi, der von Vater gesandt wurde, nicht aus dem Blick zu verlieren. Wir Schwestern kümmern uns darum, Führungspersönlichkeiten für die Seelsorge in der Pfarrei zu gewinnen, die sich ganz dafür einsetzen, das Reich Gottes unter uns Wirklichkeit werden zu lassen.
In unserer Kirche vor Ort finden statt: Katechesen, Liturgie, Kinder- und Jugendarbeit, Taufvorbereitung, der ‚Dizimo’ (= der Zehnte’, das ist – nach Möglichkeit – die Abgabe von 10% des Einkommens), die soziale Arbeit der Vinzenz-Gruppe, die Verkündigung des Wortes Gottes, Ehevorbereitung und Pfarrgemeinderatssitzungen.
Pastoral / Katechese: An Samstagen und Sonntagen haben wir eine große Anzahl von Kindern und Jugendlichen, die ins Gemeindezentrum kommen, um an Evangeli-sierungskursen und katechetischer Bildung teilzunehmen. Ca. 170 Kinder wurden getauft; an Anfangskatechesen und der Eucharistie nahmen 280 Kinder und Erwachsene teil. 25 Trauungen fanden statt. Firmungen gab es in vier Gruppen mit je 18 Jugendlichen. Dies alles war möglich, weil wir ein gut erhaltenes Gemeinde- und Katechesezentrum haben.
Wir haben die Katechesen und die Feiern mit Kindern weiter dezentralisiert, dies hat es ermöglicht, dass der Großteil der Kinder eher in der Lage war, in ihrem eigenen Wohnumfeld daran teilzunehmen. Zukünftig wollen wir weiterhin mit den Führungskräften arbeiten, sie weiterhin menschlich-sozial-kulturell und im christ-lichen Sinne ausbilden.
Wir erleben auch starke Zeiten in unserer Kirche: wenn wir zum Beispiel in der Fastenzeit Buße tun, beten und zur Beichte gehen und jeden Freitag um 5:30 Uhr morgens eine Prozession durch unsere Straßen durchführen.
Am Festtag unseres Patrons São Pedro (= Hl. Petrus) im Juni führten wir neun Gebets-Nächte durch und in den letzten drei fand die traditionelle Kirmes statt, mit Versteigerungen von Gaben, die vom Volk gestiftet wurden. Das alles ist ein großes Fest. Im Oktober fand dann noch die Wallfahrt zu Ehren der Schutzheiligen Brasiliens „Unsere Liebe Frau von Aparecida“ statt. An dieser Fußwallfahrt von 12 km nahmen viele Menschen teil, die beteten, sangen und die auf diese Weise Zeugnis ablegten für ihren katholischen Glauben.
Die soziale Arbeit der Vinzenz-Gruppe: Für den Monat Oktober ist geplant, zu Ehren von Pater Geraldo eine Messe und ein Treffen mit den Armen und pflegebedürftigen Alten abzuhalten. Es gibt verschiedene Gründe, warum eine arme Familie die Hilfe der Vinzenz-Gruppe benötigt, um Lebensmittel zu kaufen oder um Gesundheitsvorsorge zu treffen und Medikamente zu erhalten.
In diesem Jahr mussten viele unserer Leute Behandlungen außerhalb der Stadt São Pedro da Água Branca in Anspruch nehmen: Dies umfasst die psychologische Behandlung, Krebstherapie, Behandlung nach Vergiftungen und andere. Dazu mussten die betroffenen Personen fortschrittliche medizinische Zentren wie Teresina, Rondon und Imperatriz aufsuchen. Dies konnten sie dank Ihrer Hilfe tun.
Mahlzeiten: die regelmäßige Verteilung von Mahlzeiten deckt den Bedarf der bedürftigen Kinder, die von der Kinderpastoral betreut werden und die auf die verschiedenen Gemeinden verteilt sind. Dieses Angebot wird von mehr oder weniger 500 Kindern in Anspruch genommen. Auch wird den Kindern „Multi-Mistura“ (eine Art Pulver, aus dem Brei hergestellt werden kann) und Milch gegeben, um besonders die Not der unterernährten Kinder zu lindern, die untergewichtig sind; es kommen aber auch Erwachsene und Kranke, die dies benötigen.
Malerei auf Leinwand: Dieser Kurs wurde im Gemeindezentrum für eine Gruppe von vierzig Frauen in den Monaten Dezember bis Januar angeboten. Ziel des Kurses war es, die Ausbildung zu erweitern, Begabungen und Fähigkeiten zu erkennen und zu vertiefen. Dieser Kurs war eine wichtige Form der Wertschätzung der Frauen und der Bestätigung ihrer Würde.
Recyclingmaterial: Aus Sorge um die Rettung der Natur, um das Leben im Universum nachhaltig zu gestalten und aus unserer Beobachtung heraus, dass viele recyclingfähige Materialien achtlos weggeworfen werden, haben wir dieses Projekt ins Leben gerufen, um einigen Familien zur Schaffung von Einkommen zu verhelfen. Für die Zukunft denken wir daran, einen eigenen Raum zu schaffen, um dort die Arbeit vollziehen zu können, sie sicherer und autonomer zu machen. Wir suchen einen Käufer in Marabá, um einen höheren Preis zu erreichen, als die Zwischen-händler für das Material zu zahlen bereit sind.
Instandhaltung der Immobilien: Abgesehen von Instandsetzungsarbeiten an/in Kirche und Gemeindezentrum, die durch die Nutzung und Verschleiß entstanden sind, wurden auch einige zur Pfarrei gehörende Immobilien repariert und erhalten.
Für die nähere Zukunft ist geplant, die Kirchenfenster in die Kirche einzusetzen und eine Holzverkleidung im Haus für die Kinderpastoral anzubringen.
Gemeinde-/ Katechese-Zentrum: Dies wurde in Partnerschaft mit dem Ministerium für Kultur genutzt. Dort wurden Kurse in Kunsthandwerk gefördert, darunter die Verarbeitung von Tucum-Nüssen. Das Zentrum wurde auch von der Stadtverwaltung und von Firmen für Versammlungen/Reden und Trainingseinheiten genutzt. Diese beteiligten sich durch die Zahlung einer Gebühr an der Instandhaltung.
Haus des Kunsthandwerks und der religiösen Artikel: Dieses Haus wurde eingerichtet, damit alle Kinder und Jugendlichen ihre kunsthandwerklich gefertigten Produkte ausstellen können.
Bis zum Ende des Projekts gibt es viele Aktivitäten, die es noch durchzuführen gilt. Da wäre der Besuch des Bischofs der Diözese, der das Sakrament der Firmung spenden wird, die Feier der Erstkommunion halten und der gemeinschaftlichen Feier der Trauung vorstehen wird. Wir werden auch weiterhin sehr aufmerksam sein, was die Bedürfnisse im sozialen Bereich angeht, wie Wohnen, Gesundheit und Ernährung. Dies vollzieht sich immer im Einklang mit unseren Partnern in der Arbeit. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Arbeit zur beruflichen Bildung das beste Werkzeug ist, das wir den Einwohnern von São Pedro zur Verfügung stellen können. Ausbildung und Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, damit jeder zum Gestalter seiner eigenen Geschichte wird und beim Aufbau der Gesellschaft hilft.
Die Realisierung dieses großen Projektes der Liebe ist nur durch die Hilfe unserer deutschen Freunde möglich.
An Sie alle übermitteln wir ein herzliches „Vergelts Gott“.
Schwester Maria José de Souza
Projektkoordinatorin
São Pedro de Água Branca, 30/08/2009
[Handschriftlich:] Schwester Leonilde de Tomazella Foltran
